Die wichtigsten Normen für Nachhaltigkeit im Bauwesen sind die Mindestumweltkriterien (CAM) in ihrer Ausgabe 2025, die mit dem DM 24 novembre 2025 verabschiedet wurden und seit dem 2. Februar 2026 gelten, das Decreto Legislativo 36/2023, das ihre Anwendung bei öffentlichen Vergaben verbindlich macht, sowie die europäischen technischen Normen UNI EN 15978 und UNI EN 15804 als Referenzmethoden für die Umweltbewertung. Wenn Sie eine Ausschreibung oder ein Projekt vorbereiten, sollten Sie als erste konkrete Maßnahme das Veröffentlichungsdatum der Ausschreibung im Verhältnis zum 2. Februar 2026 prüfen: Alles, was nach diesem Datum veröffentlicht wird, muss bereits die CAM 2025 einhalten.
Sofort-Checkliste zur Vermeidung eines Ausschlusses:
- Normative Fassung: Prüfen Sie, ob die Ausschreibung auf den DM 24.11.2025 und nicht auf den DM 23 giugno 2022 verweist (der für Ausschreibungen, die vor dem 2. Februar 2026 veröffentlicht wurden, weiterhin gilt).
- CAM-Bericht: Erstellen Sie das Dokument nach dem ministeriellen Muster, das dem DM 24.11.2025 beigefügt ist, mit ausdrücklichen Verweisen auf die einschlägigen UNI/EN-Normen.
- Nachprüfbare EPD: Sammeln Sie von unabhängigen Dritten verifizierte Umweltproduktdeklarationen für relevante Bauprodukte, die der UNI EN 15804 entsprechen.
- LCA und LCC: Dokumentieren Sie die Lebenszyklusbewertung (UNI EN 15978) und die Lebenszykluskostenanalyse mit einem Zeithorizont von 100 Jahren, sofern dies von den CAM verlangt wird.
- Begründete Ausnahmen: Wenn ein Kriterium nicht anwendbar ist, erstellen Sie eine schriftliche technische Begründung zur Beifügung zu den Vergabeunterlagen.
Inhaltsverzeichnis
- Wie sieht der nationale Rechtsrahmen für Nachhaltigkeitsnormen im Bauwesen aus?
- Welche technischen UNI- und europäischen Normen werden für die CAM tatsächlich benötigt?
- Wie funktionieren LCA, LCC, EPD und der CAM-Bericht in der Praxis?
- Was ändert sich mit den CAM Edilizia 2025 und was ist sofort zu tun?
- Welche Pflichten und Risiken bringen die CAM für Vergabestellen mit sich?
- LEED, BREEAM, ITACA, CasaClima und EPD: Welches Schema ist zu wählen?
- Wie erstellt man ein konformes nachhaltiges Projekt? Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Die wichtigsten Punkte
- Jetzt konform zu werden ist eine strategische Entscheidung, nicht nur eine Pflicht
- Edil-up: Dokumentenmanagement und CAM-Konformität auf einer Plattform
- Offizielle Quellen und Referenztexte: Wo findet man die Originaldokumente?
Wie sieht der nationale Rechtsrahmen für Nachhaltigkeitsnormen im Bauwesen aus?
Das Regelwerk für Nachhaltigkeit im italienischen Bauwesen gliedert sich in drei Ebenen: Primärrecht, ausführende Ministerialdekrete und maßgebliche technische Normen. Zu verstehen, wie diese Ebenen zusammenwirken, ist der erste Schritt, um Fehler in Ausschreibungen zu vermeiden.
Der Kodex für öffentliche Verträge und die GPP-Pflicht
Das D.Lgs. 36/2023 (neuer Kodex für öffentliche Verträge) hat Green Public Procurement von einer empfohlenen Praxis zu einer rechtlichen Verpflichtung gemacht. Art. 57 bestimmt, dass Vergabestellen die Mindestumweltkriterien in die technischen Spezifikationen und Vertragsklauseln jedes Vergabeverfahrens aufnehmen müssen, das in die von den CAM erfassten Bereiche fällt. Die gefestigte Rechtsprechung bestätigt, dass die fehlende Einbindung der CAM die Gültigkeit der Ausschreibung selbst beeinträchtigen kann.
Die CAM-Ministerialdekrete: von der Fassung 2022 bis 2025
Der DM 23 giugno 2022 n.256 war drei Jahre lang der Referenztext für die CAM Edilizia; am 5. August 2024 wurde eine Korrektur veröffentlicht, die einige Bestimmungen aktualisierte. Dieser Text bleibt für Ausschreibungen relevant, die vor dem 2. Februar 2026 veröffentlicht wurden, sowie für die Rekonstruktion der Rechtsentwicklung in Streitverfahren.
Mit dem DM 24 novembre 2025 werden die CAM Edilizia 2025 verabschiedet, die am 3. Dezember 2025 in der Gazzetta Ufficiale veröffentlicht wurden. Das Inkrafttreten ist auf den 2. Februar 2026 festgelegt; eine zweimonatige Übergangsfrist ermöglicht es den Vergabestellen, ihre Ausschreibungsmuster anzupassen.
| Dokument | Bezug | Veröffentlichung im G.U. | Inkrafttreten | Praktischer Hinweis |
|---|---|---|---|---|
| D.Lgs. 36/2023 | Kodex für öffentliche Verträge | — | — | Macht die CAM verbindlich (Art. 57) |
| DM 23 giugno 2022 | CAM Edilizia 2022 | 06/08/2022 | — | Für Ausschreibungen vor dem 2. Februar 2026 weiterhin gültig |
| Korrektur vom 5. August 2024 | Änderung des DM 2022 | 5. August 2024 | Sofort | Teilaktualisierung der Kriterien |
| DM 24 novembre 2025 | CAM Edilizia 2025 | 3. Dezember 2025 | 2. Februar 2026 | Ersetzt die Ausgabe 2022; enthält ein Muster für den CAM-Bericht |
Die Anwendungskette folgt einem klaren Schema: Der Nationale Aktionsplan für GPP (PAN GPP) legt die prioritären Vergabekategorien fest, die CAM-Ministerialdekrete bestimmen die spezifischen Kriterien für jede Kategorie, und die Vergabestellen übernehmen sie in die technischen Spezifikationen der Ausschreibungen. Wer ein Glied dieser Kette überspringt, setzt das Verfahren Beanstandungen aus.
Welche technischen UNI- und europäischen Normen werden für die CAM tatsächlich benötigt?
Die technischen UNI-Normen werden im Text der CAM Edilizia 2025 fast 200-mal genannt. Es handelt sich nicht um optionale Verweise: In vielen Fällen bilden sie die verbindliche Berechnungsmethode zum Nachweis der Konformität mit den Kriterien.
Die wichtigsten Normen und ihre Rolle
UNI EN 15978 definiert die Berechnungsmethode für die Bewertung der Umweltleistung von Gebäuden über ihren Lebenszyklus. Sie ist die Referenznorm für die Durchführung einer LCA auf Gebäudeebene: Sie legt die Informationsmodule (von der Herstellung der Materialien bis zum Lebensende), die zu berücksichtigenden Wirkungskategorien und die Regeln für die Interpretation der Ergebnisse fest. In den CAM 2025 ist diese Norm die vorgeschriebene Methode für die LCA-Bewertung des Gebäudes.

UNI EN 15804 liefert die Produktkategorieregeln (PCR) für die Erstellung von Umweltproduktdeklarationen (EPD). Ohne Konformität mit dieser Norm wird eine EPD in Ausschreibungen, die CAM anwenden, nicht als gültiger Nachweis anerkannt. Maßgeblich ist die im Ausschreibungstext angegebene Fassung; fehlt eine konkrete Angabe, wird die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Ausschreibung aktuellste verfügbare Fassung verwendet.
UNI 11973 behandelt den integrierten LCA/LCC-Ansatz für Gebäude und enthält methodische Hinweise zur Lebenszykluskostenanalyse in Verbindung mit der Umweltbewertung. Sie ist besonders für Zuschlagskriterien relevant, die den Nachweis der langfristigen Wirtschaftlichkeit verlangen.
Weitere in den CAM häufig herangezogene Normen sind die Reihen UNI EN ISO 14001 (Umweltmanagementsysteme), UNI EN ISO 50001 (Energiemanagement) und die Normenreihe UNI EN 13501 zur Klassifizierung des Brandverhaltens von Bauprodukten.
Hinweis: Geben Sie im CAM-Bericht und in den Leistungsverzeichnissen stets die Norm mit vollständigem Code und Ausgabejahr an (z. B. „UNI EN 15978:2011“) und nennen Sie, falls die Ausschreibung eine bestimmte Fassung verlangt, genau diese. Wird die Norm während der Vertragsausführung aktualisiert, stimmen Sie die anzuwendende Fassung vor der Unterzeichnung mit der Vergabestelle ab.
Wie funktionieren LCA, LCC, EPD und der CAM-Bericht in der Praxis?
Die CAM 2025 stärken die Rolle der Lebenszyklusbewertung erheblich und verlagern die Beweislast auf den Planer: Nachhaltigkeit darf nicht nur behauptet, sondern muss mit anerkannten Methoden quantifiziert und durch von einer dritten Partei geprüfte Unterlagen belegt werden.
LCA und LCC: Was ist zu berechnen und mit welchem Zeithorizont?
Die nach UNI EN 15978 auf das Gebäude angewandte LCA (Lebenszyklusbewertung) umfasst alle Module – von der Herstellung der Materialien (A1-A3) über die Nutzungsphase (B) bis zum Lebensende (C) und den Gutschriften jenseits der Systemgrenze (D). Die CAM 2025 legen für viele Kriterien einen Zeithorizont von 100 Jahren fest. Das erfordert dokumentierte Annahmen zu Wartung, Austausch von Komponenten und Szenarien am Lebensende.
Die LCC (Lebenszykluskostenanalyse) ergänzt die LCA um eine wirtschaftliche Bewertung, die neben den Baukosten auch Betriebs-, Wartungs- und Stilllegungskosten berücksichtigt. Bei den Zuschlagskriterien begünstigt die Kombination aus LCA+LCC Angebote, die einen langfristigen Umwelt- und wirtschaftlichen Vorteil nachweisen.
EPD: Anwendung und erforderliche Inhalte
Eine EPD (Umweltproduktdeklaration) ist ein von einer unabhängigen dritten Stelle geprüftes Dokument, das die Umweltdaten eines Bauprodukts gemäß UNI EN 15804 ausweist. Damit sie in CAM-Ausschreibungen akzeptiert wird, muss sie:
- von einer akkreditierten Stelle geprüft sein (nicht vom Hersteller selbst erklärt);
- am Tag der Angebotsabgabe gültig sein (die typische Gültigkeitsdauer beträgt 5 Jahre);
- sich auf das tatsächlich gelieferte Produkt beziehen und nicht allgemein für eine Warenkategorie gelten;
- in einem anerkannten öffentlichen Register verfügbar sein (z. B. EPD Italy, IBU, DAPHabitat).
Mindeststruktur des CAM-Berichts
Der CAM-Bericht ist das Dokument, das die Nachweise für die Konformität mit den Kriterien sammelt und ordnet. Das dem DM 24.11.2025 beigefügte Muster sieht eine Struktur vor, die Folgendes umfasst:
- Identifizierung des Projekts und des Vergabeverfahrens;
- Liste der anwendbaren CAM-Kriterien und die Art ihrer Erfüllung;
- Verweise auf die verwendeten technischen Normen (mit Code und Ausgabejahr);
- Liste der beigefügten Dokumente (EPD, Zertifikate, technische Datenblätter, LCA/LCC-Berichte);
- Erklärung des verantwortlichen Planers mit beruflicher Unterschrift und Stempel.
Hinweis: Beauftragen Sie mit der Erstellung des CAM-Berichts einen Fachmann mit spezieller LCA-Ausbildung oder einen zertifizierten Umweltexperten. Ein Energieausweis-Aussteller ist nicht automatisch für LCA qualifiziert: Prüfen Sie vor der Beauftragung den beruflichen Werdegang.
Für eine vertiefte Betrachtung des Dokumentenmanagements auf der Baustelle und der Organisation des EPD- und Nachweisarchivs stehen digitale Werkzeuge zur Verfügung, die den Prozess vereinfachen.
Was ändert sich mit den CAM Edilizia 2025 und was ist sofort zu tun?
Die durch den DM 24.11.2025 eingeführten Neuerungen sind keine geringfügigen Anpassungen. Im Vergleich zur Ausgabe 2022 gestalten die CAM 2025 den Ansatz zur Nachhaltigkeit im Bauwesen in drei Hauptbereichen neu: Methode, Dokumentation und Rückverfolgbarkeit.
Die wichtigsten Neuerungen
- LCA und LCC als zentrale Anforderungen – Die Lebenszyklusbewertung wird in vielen Bereichen vom Zuschlagskriterium zur Grundanforderung; verbindlich ist die Methodik nach UNI EN 15978.
Zeitplan und Übergangsregeln
Für Ausschreibungen, die bis zum 1. Februar 2026 veröffentlicht wurden, gilt weiterhin der DM 23 giugno 2022 (mit der Korrektur vom 5. August 2024). Ab dem 2. Februar 2026 muss jedes neue Verfahren die CAM 2025 einhalten. Automatische Fristverlängerungen gibt es nicht: Das Datum ist verbindlich.
Der programmatische Erlass vom 13. Februar 2026 ändert die geltenden CAM nicht, benennt jedoch die Bereiche, die im Laufe des Jahres 2026 überprüft werden sollen, und weist damit auf die technischen Entwicklungslinien des Systems hin. Die Beobachtung dieses Dokuments hilft, kommende Aktualisierungen vorwegzunehmen.
Sofortige Aktualisierungen der Projektvorlagen
- Aktualisieren Sie die besonderen Vertragsbedingungen mit Verweisen auf den DM 24.11.2025.
- Ersetzen Sie Vertragsklauseln, die auf den DM 2022 verweisen, durch die aktualisierten Klauseln.
- Nehmen Sie die neuen Zuschlagskriterien der CAM 2025 in die Zuschlagskriterien auf.
- Prüfen Sie, ob die Stamm-Lieferanten über aktuelle und gültige EPD verfügen.
Hinweis: Stellen Sie das Projektteam mit mindestens einem LCA-Experten (gegebenenfalls extern) und einem auf öffentliche Vergaben spezialisierten Juristen zusammen. Die dokumentarische Komplexität der CAM 2025 erfordert Kompetenzen, die nur selten in einer Person vereint sind.
Eine vollständige praktische Anleitung finden Sie im Abschnitt zu den CAM edilizia, einschließlich der Verantwortlichkeiten der Planer und operativer Leitlinien für die Konformität.
Welche Pflichten und Risiken bringen die CAM für Vergabestellen mit sich?
Art. 57 des D.Lgs. 36/2023 lässt keinen Ermessensspielraum: Vergabestellen, die Ausschreibungen in von den CAM erfassten Bereichen veröffentlichen, müssen die Mindestumweltkriterien in die technischen Spezifikationen und Vertragsklauseln aufnehmen. Es handelt sich nicht um eine Empfehlung.
Risiken für Wirtschaftsteilnehmer
Wirtschaftsteilnehmer, die nicht CAM-konforme Angebote einreichen, riskieren den Ausschluss vom Verfahren. Die häufigsten Fälle betreffen:
- EPD, die nicht von einer dritten Partei geprüft oder am Tag der Angebotsabgabe abgelaufen sind;
- fehlende CAM-Berichte oder Berichte, die nicht dem ministeriellen Muster entsprechen;
- Verweise auf überholte normative Fassungen (z. B. die Nennung des DM 2022 in einer Ausschreibung, die CAM 2025 anwendet);
- nicht durch überprüfbare Nachweise dokumentierte Anteile an recyceltem Material.
Prüfungen vor der Angebotsabgabe
- Kontrollieren Sie, ob die Ausschreibung ausdrücklich auf den DM 24.11.2025 oder den DM 23 giugno 2022 verweist, und prüfen Sie die Übereinstimmung mit dem Veröffentlichungsdatum.
- Prüfen Sie die Gültigkeit aller beigefügten EPD (Ablaufdatum, Prüfstelle, öffentliches Register).
- Kontrollieren Sie, ob die Konformitätsnachweise von akkreditierten Stellen nach der einschlägigen Norm ausgestellt wurden.
- Überprüfen Sie die Übereinstimmung zwischen den im CAM-Bericht erklärten Werten und den Daten in den EPD und LCA-Berichten.
Für weitere Informationen zu Best Practices bei öffentlichen Vergaben im Bauwesen, einschließlich der Dokumentenprüfungen vor der Angebotsabgabe, stehen spezielle praktische Ressourcen zur Verfügung.
LEED, BREEAM, ITACA, CasaClima und EPD: Welches Schema ist zu wählen?
Freiwillige Zertifizierungen und Bewertungsprotokolle ersetzen die CAM nicht, können aber in öffentlichen Ausschreibungen als Zuschlagskriterien anerkannt werden und stellen einen Wettbewerbsvorteil bei Angeboten dar. Die Wahl hängt vom Projektbereich, dem Zielmarkt und der Positionierungsstrategie des Wirtschaftsteilnehmers ab.
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LEED (Leadership in Energy and Environmental Design): ein US-amerikanisches, von USGBC verwaltetes Protokoll, das international und auch in Italien für Dienstleistungs- und Verwaltungsgebäude verbreitet ist. Es misst Energieeffizienz, Innenraumluftqualität, Wasserverbrauch, Materialien und Innovation. In Ausschreibungen als Zuschlagskriterium anerkannt, ist das Zertifizierungsverfahren jedoch langwierig und kostspielig (typischerweise 12–24 Monate; die Kosten variieren je nach Gebäudegröße).
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BREEAM (Building Research Establishment Environmental Assessment Method): ein britisches Protokoll, das zu den am weitesten verbreiteten in Europa für Gewerbe- und Wohngebäude gehört. Es bewertet ähnliche Kategorien wie LEED mit einem flexiblen Punktesystem. In Italien ist es weniger etabliert als LEED, wächst aber insbesondere im Segment institutioneller Investoren.
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ITACA: ein italienisches Protokoll, das vom Istituto per l’Innovazione e Trasparenza degli Appalti e la Compatibilità Ambientale entwickelt wurde. Es ist am stärksten auf den nationalen Rechtsrahmen abgestimmt und wird in einigen italienischen öffentlichen Ausschreibungen ausdrücklich als Zuschlagskriterium genannt. Die modulare Struktur macht es für Wohn-, Schul- und Dienstleistungsgebäude anpassbar.
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CasaClima: eine von der Agenzia CasaClima in Bozen entwickelte Zertifizierung, die sich hauptsächlich auf die energetische Leistung und den Wohnkomfort konzentriert. Sie ist in Nordostitalien und im hochwertigen Wohnungsbau weit verbreitet. In einigen regionalen Ausschreibungen wird sie als Zuschlagskriterium anerkannt.
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EPD: keine Zertifizierung des Gebäudes, sondern des Bauprodukts. Sie liefert die Daten für die LCA des Gebäudes und den Nachweis der CAM-Konformität. Ohne EPD der wichtigsten Materialien ist eine belastbare LCA nicht möglich.
| Schema | Hauptbereich | Verbindlich/freiwillig | Anerkennung in den CAM | Komplexität |
|---|---|---|---|---|
| LEED | Dienstleistungs-/Wohngebäude | Freiwillig | Zuschlagskriterium | Hoch |
| BREEAM | Gewerbe-/Wohngebäude | Freiwillig | Zuschlagskriterium | Hoch |
| ITACA | Alle Gebäude (Wohn-, Schul-, Dienstleistungsgebäude) | Freiwillig (in einigen Regionen verbindlich) | Ausdrücklich genannt | Mittel |
| CasaClima | Wohngebäude, hauptsächlich Norditalien | Freiwillig | Zuschlagskriterium bei regionalen Ausschreibungen | Mittel |
| EPD (Produkt) | Bauprodukte | Für einige Materialien nach CAM verbindlich | Grundanforderung | Niedrig–mittel |
Wie erstellt man ein konformes nachhaltiges Projekt? Schritt-für-Schritt-Anleitung
Eine klar festgelegte Reihenfolge verringert das Risiko, wichtige Dokumente zu vergessen, und ermöglicht eine zeitliche Verteilung der Arbeit, ohne alles auf die letzten Wochen vor Fristablauf zu konzentrieren.
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Analyse der Ausschreibung: Ermitteln Sie die anwendbare CAM-Fassung (DM 24.11.2025 oder DM 23 giugno 2022), die verbindlichen und die zuschlagsrelevanten Kriterien sowie die jeweils erforderlichen Dokumente.
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Festlegung des LCA-Perimeters: Bestimmen Sie, welche Gebäudekomponenten in die Bewertung einfließen, welche Informationsmodule einzubeziehen sind (A1-A3, B, C, D) und welcher Zeithorizont gilt (100 Jahre, sofern gefordert).
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Zusammentragen der EPD: Kontaktieren Sie die Lieferanten von Konstruktionsmaterialien, Dämmstoffen, Fenstern und Türen sowie Ausbauprodukten, um die Verfügbarkeit gültiger EPD nach UNI EN 15804 zu prüfen. Wenn Lieferanten neue EPD erstellen müssen, dauert diese Phase typischerweise 4–8 Wochen.
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Durchführung von LCA und LCC: Beauftragen Sie einen qualifizierten LCA-Experten mit der Bewertung und verwenden Sie anerkannte Software (z. B. SimaPro, OpenLCA, One Click LCA). Der LCA-Bericht muss prüfbar und mit den gesammelten EPD-Daten konsistent sein.
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Erstellung des CAM-Berichts: Füllen Sie das dem DM 24.11.2025 beigefügte ministerielle Muster aus und fügen Sie alle nach Kriterien geordneten Nachweise bei.
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Abgleich: Prüfen Sie die Übereinstimmung zwischen den im CAM-Bericht erklärten Werten, den EPD-Daten und den Ergebnissen des LCA-Berichts. Auch geringfügige Unstimmigkeiten können zu Rückfragen oder zum Ausschluss führen.
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Kontrollen nach der Ausführung: Legen Sie im Vertrag die Prüfmodalitäten während der Bauausführung fest (Rückverfolgbarkeit der Lieferungen, Dokumentation der tatsächlich eingebauten Materialien) und bestimmen Sie das Verfahren für etwaige Ersatzlieferungen.
Wichtige Fragen an Lieferanten, bevor sie in das Angebot aufgenommen werden:
- Verfügen Sie für dieses Produkt über eine von einer dritten Partei geprüfte EPD, die am Lieferdatum gültig ist?
- Wie hoch ist der zertifizierte Anteil an Recyclingmaterial und durch welche Dokumentation wird er belegt?
- Können Sie die Rückverfolgbarkeit der Lieferkette gewährleisten?
Was die Kosten betrifft, erfordert die Durchführung einer vollständigen LCA für ein Gebäude mittlerer Größe eine Investition, die von der Projektkomplexität und der Verfügbarkeit von EPD-Daten abhängt. Diese Position als separate, dokumentierte Kosten in das Angebot aufzunehmen, ist gegenüber der Vergabestelle die transparenteste Strategie.
Auch die Überwachung des Baufortschritts während der Ausführungsphase ist von Bedeutung: Die CAM-Konformität wird nicht nur auf dem Papier geprüft, sondern muss während der gesamten Vertragsausführung aufrechterhalten werden.

Die wichtigsten Punkte
Die CAM Edilizia 2025 (DM 24.11.2025, gültig ab dem 2. Februar 2026) machen die Lebenszyklusbewertung mit von Dritten geprüften EPD und einen nach dem ministeriellen Muster strukturierten CAM-Bericht verbindlich. Wer seine Ausschreibungsmuster und Leistungsverzeichnisse nicht sofort aktualisiert, riskiert den Ausschluss oder die Aufhebung des Verfahrens.
| Punkt | Details |
|---|---|
| CAM 2025 ab dem 2. Februar 2026 verbindlich | Jede nach diesem Datum veröffentlichte Ausschreibung muss den DM 24.11.2025 anwenden; der DM 2022 bleibt nur für frühere Verfahren gültig. |
| LCA und LCC als Grundanforderungen | Die Lebenszyklusbewertung (UNI EN 15978) und die Kostenanalyse (UNI 11973) sind nicht mehr nur Zuschlagskriterien, sondern zentrale Anforderungen der CAM 2025. |
| Von Dritten geprüfte EPD | Selbsterklärungen der Hersteller werden nicht akzeptiert; jede EPD muss der UNI EN 15804 entsprechen und von einer akkreditierten Stelle geprüft sein. |
| Ausschlussrisiko bei unvollständiger Dokumentation | Ein fehlender CAM-Bericht, abgelaufene EPD oder überholte normative Fassungen sind die häufigsten Ausschlussgründe bei öffentlichen Ausschreibungen. |
| Edil-up für das Dokumentenmanagement | Edil-up unterstützt die zentrale Sammlung von EPD, Nachweisen und CAM-Checklisten und verringert das Risiko von Dokumentationslücken in Angeboten. |
Jetzt konform zu werden ist eine strategische Entscheidung, nicht nur eine Pflicht
Unter Fachleuten der Branche ist die Tendenz verbreitet, die CAM als bürokratische Pflicht zu behandeln, die man im letzten Moment erledigt, indem man die erforderlichen Unterlagen erst nach Veröffentlichung der Ausschreibung sammelt. Dieser Ansatz funktionierte, als die Kriterien einfach und die geforderte Dokumentation begrenzt waren. Mit den CAM 2025 funktioniert er nicht mehr.
Der Grund ist struktureller Natur: Die Lebenszyklusbewertung benötigt Daten, die Lieferanten häufig nicht kurzfristig bereitstellen können. Eine von Dritten geprüfte EPD benötigt Wochen, manchmal Monate, bis sie erstellt ist. Beginnt man mit der Dokumentensammlung erst nach der Lektüre der Ausschreibung, besteht das Risiko, ein unvollständiges Angebot einzureichen oder auf vertraute Materialien verzichten zu müssen, weil der Lieferant noch keine aktualisierte EPD hat.
Der effektivere Ansatz, den man bei besonders gut vorbereiteten Fachleuten beobachtet, ist ein anderer: Sie bauen frühzeitig ein Archiv gültiger EPD für regelmäßig verwendete Materialien auf, aktualisieren Standardleistungsverzeichnisse mit den CAM-2025-Klauseln, bevor die nächste Ausschreibung erscheint, und schulen das interne Team zu den LCA-Anforderungen, bevor diese dringend werden. Eine Dokumentenprüfung, die mehrere Wochen vor Ablauf der Frist durchgeführt wurde, hat bereits mehreren Wirtschaftsteilnehmern geholfen, einen Ausschluss zu vermeiden, indem sie rechtzeitig abgelaufene EPD oder Produktänderungen durch Lieferanten ohne Aktualisierung der Dokumentation aufdeckte.
Es gibt außerdem einen unterschätzten Wettbewerbsvorteil. Die Zuschlagskriterien der CAM 2025 belohnen diejenigen, die über das geforderte Minimum hinausgehende Umweltleistungen nachweisen. Ein Angebot mit einer detaillierten LCA, hochwertigen EPD und einem gut strukturierten CAM-Bericht überschreitet nicht nur die Zulässigkeitsschwelle, sondern sammelt auch Punkte bei der Vergabe. Wer sich frühzeitig vorbereitet, macht aus einer gesetzlichen Pflicht einen konkreten Vorteil in Ausschreibungen.
Edil-up: Dokumentenmanagement und CAM-Konformität auf einer Plattform
Wer gleichzeitig auf mehreren Baustellen arbeitet, weiß, wie schwierig es ist, EPD, Nachweise, aktuelle Normfassungen und Dokumentenfristen im Blick zu behalten. Edil-up ist die digitale Plattform, die dieses Problem konkret löst: zentrale Ablage von EPD und Zertifikaten, integrierte CAM-Checklisten für jede Projektphase, Rückverfolgbarkeit von Lieferanten und Materialien, Vorlagen für den CAM-Bericht sowie Werkzeuge zur Überwachung der Konformität während der Bauleitung.

Die Plattform ist von der Ausschreibungsphase bis zur Endabnahme nützlich: Das Projektteam kann koordiniert arbeiten, LCA-Berater können Berichte direkt in das System hochladen, und die Bauleitung kann in Echtzeit prüfen, ob die eingebauten Materialien den im Angebot dokumentierten entsprechen. Wer verstehen möchte, wie die Digitalisierung der Bauwirtschaft Konformitätsrisiken reduzieren kann, findet in Edil-up einen praktischen und unmittelbaren Ausgangspunkt.
Edil-up unterstützt den Dokumentationsprozess, ersetzt jedoch nicht die vorgeschriebenen technischen Fachleute: Der verantwortliche Planer, der LCA-Experte und der Zertifizierer bleiben unverzichtbar. Die Plattform hilft ihnen, besser zu arbeiten, ersetzt sie aber nicht. Informationen zu den verfügbaren Tarifen und zum Start finden Sie auf der Seite Preise.
Offizielle Quellen und Referenztexte: Wo findet man die Originaldokumente?
Die richtigen Links zu den offiziellen Texten sparen Zeit und verringern das Risiko, überholte Fassungen zu zitieren. Nachfolgend finden Sie die wichtigsten Quellen und Hinweise darauf, wonach Sie jeweils suchen sollten.
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DM 24.11.2025 (CAM Edilizia 2025): Verfügbar auf dem MASE-Portal im Bereich CAM vigenti. Enthält den vollständigen Kriterienkatalog, das Muster des CAM-Berichts und Erläuterungen. In Ausschreibungen ist er als „DM 24 novembre 2025, pubblicato in G.U. n. [numero] del 3 dicembre 2025“ zu zitieren.
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DM 23 giugno 2022 und Korrektur 5/08/2024: Der konsolidierte Text ist für Ausschreibungen in der Übergangsphase und zur historischen Rekonstruktion in Streitverfahren nützlich.
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UNI-Normen – Der UNI-Katalog (uni.com) ermöglicht den Kauf der offiziellen Normfassungen. Für eine korrekte Zitierung sind stets Code, Titel und Ausgabejahr anzugeben. Die Normen UNI EN 15978 und UNI EN 15804 sind auch in englischer Fassung erhältlich; in italienischen Dokumenten wird die UNI-Fassung zitiert.
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Verordnung (EU) 305/2011 (CPR): Die Verordnung über Bauprodukte ist auf EUR-Lex auf Italienisch verfügbar. Sie ist für die CE-Kennzeichnung von Produkten und für Leistungserklärungen relevant, die in EPD einfließen.
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Richtlinie 2018/844 (EPBD): Die Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden und ihre Ergänzungen legen europäische Ziele für Sanierungen und Mindestenergieeffizienz fest, die den Kontext der nationalen CAM ergänzen.
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Programmatischer Erlass vom 13. Februar 2026: Verfügbar auf LavoriPubblici mit technischem Kommentar. Nützlich zur Beobachtung der für 2026 vorgesehenen CAM-Aktualisierungen.
| Quelle | Wonach suchen? | Wie zitieren? |
|---|---|---|
| MASE (mase.gov.it) | Geltende CAM, Muster des CAM-Berichts, Auslegungsschreiben | „DM [Datum], veröffentlicht im G.U. [Nummer] vom [Datum]“ |
| Normattiva / G.U. | D.Lgs. 36/2023, konsolidierter Text mit Änderungen | „D.Lgs. 36/2023, Art. 57“ |
| UNI (uni.com) | Technische Normen UNI EN 15978, UNI EN 15804, UNI 11973 | „UNI EN 15978:2011“ (Code + Ausgabejahr) |
| EUR-Lex | CPR, EPBD, EU-Taxonomie | „Verordnung (EU) 305/2011“ oder „Richtlinie 2018/844/EU“ |
Hinweis: Erstellen Sie einen gemeinsam genutzten Dokumentenordner für das Projektteam mit: den offiziellen Texten der anwendbaren CAM, den maßgeblichen UNI-Normen (oder Kauflinks), den EPD der ausgewählten Materialien mit Ablaufdatum und dem mit Projektdaten vorausgefüllten CAM-Berichtsmuster. Wenn Sie diesen Ordner bei jeder neuen Ausschreibung aktualisieren, verkürzt sich die Vorbereitungszeit für die Dokumentation deutlich.
